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Blasenkrebs (Blasenkarzinom) 

Blasenkrebs ist eine bösartige Erkrankung der Harnblase. Dabei entstehen Tumoren aus der Schleimhaut der Blase. In vielen Fällen wird die Erkrankung früh erkannt, da Blut im Urin ein häufiges erstes Warnzeichen ist. 

Blasenkrebs tritt häufiger bei Männern als bei Frauen auf und betrifft vor allem Menschen im höheren Lebensalter. Je früher der Tumor entdeckt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten. 

Typische Symptome 

Ein Blasenkarzinom kann unterschiedliche Beschwerden verursachen. Das häufigste Warnzeichen ist: 

  • Blut im Urin (Hämaturie) – der Urin kann rötlich oder bräunlich verfärbt sein 
  • Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen 
  • häufiger Harndrang 
  • Schmerzen im Unterbauch 
  • Schwierigkeiten beim Wasserlassen 

Wichtig: Blut im Urin sollte immer ärztlich abgeklärt werden, auch wenn keine Schmerzen bestehen. 

Ursachen und Risikofaktoren 

Die genauen Ursachen für Blasenkrebs sind nicht immer eindeutig. Es gibt jedoch einige bekannte Risikofaktoren. Dazu gehören: 

  • Rauchen (wichtigster Risikofaktor) 
  • Kontakt mit bestimmten chemischen Stoffen, z. B. in der Industrie 
  • chronische Entzündungen der Harnblase 
  • langfristige Katheterbehandlung 
  • bestimmte Medikamente oder frühere Bestrahlungen 

Rauchen erhöht das Risiko für Blasenkrebs deutlich, da krebserregende Stoffe über den Urin ausgeschieden werden und die Blasenschleimhaut schädigen können. 

Wann sollte man zum Arzt gehen? 

Eine urologische Untersuchung ist besonders wichtig, wenn folgende Beschwerden auftreten: 

  • sichtbares Blut im Urin 
  • wiederkehrende Blasenentzündungen 
  • Schmerzen beim Wasserlassen 
  • anhaltender häufiger Harndrang ohne erkennbare Ursache 

Auch wenn die Beschwerden nur einmal auftreten, sollte eine urologische Abklärung erfolgen. 

Diagnostik 

Zur Abklärung eines möglichen Blasenkarzinoms stehen verschiedene Untersuchungen zur Verfügung. 

  • Urinuntersuchung: Der Urin wird auf Blut, Entzündungszeichen und Tumorzellen untersucht. 
  • Ultraschall: Mit einer Ultraschalluntersuchung können Veränderungen der Blase sowie der Nieren beurteilt werden. 
  • Blasenspiegelung: (Zystoskopie) Die wichtigste Untersuchung ist die Blasenspiegelung. Dabei wird mit einer dünnen Kamera die Blase untersucht. Auffällige Veränderungen können direkt erkannt werden. 
  • Gewebeuntersuchung: Wenn ein Tumor gefunden wird, wird Gewebe entnommen und im Labor untersucht. Dadurch kann die genaue Diagnose gestellt werden. 
 

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung richtet sich nach Größe, Lage und Ausbreitung des Tumors. 

  • Transurethrale Tumorentfernung (TUR-B): Bei frühen Tumoren kann der Tumor über die Harnröhre endoskopisch entfernt werden. 
  • Medikamentöse Behandlung der Blase Nach der Operation können Medikamente direkt in die Blase eingebracht werden, um das Rückfallrisiko zu senken. 
  • Operation: Bei fortgeschrittenem Blasenkrebs kann eine größere Operation notwendig sein, bei der die Blase teilweise oder vollständig entfernt wird. 
  • Chemotherapie oder Immuntherapie: In bestimmten Situationen werden zusätzliche medikamentöse Therapien eingesetzt. Die Behandlung wird immer individuell geplant. 

 

Nachsorge 

Nach der Behandlung sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen sehr wichtig, da Blasenkrebs erneut auftreten kann. 

Typische Nachsorgeuntersuchungen sind: 

  • Blasenspiegelung 
  • Urinuntersuchungen 
  • Ultraschall der Harnwege 

Die Nachsorgeintervalle werden individuell festgelegt. 

Vorbeugung 

Einige Maßnahmen können helfen, das Risiko für Blasenkrebs zu reduzieren: 

  • Rauchen vermeiden oder aufgeben 
  • ausreichend trinken 
  • Schutz vor schädlichen Chemikalien am Arbeitsplatz 
  • regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen bei Risikopatienten

 

Test zur Blasenkrebs-Früherkennung 

Neben den klassischen Untersuchungen gibt es spezielle Urin-Tests zur Früherkennung von Blasenkrebs. Diese Tests können bestimmte Veränderungen oder Tumormarker im Urin nachweisen, die auf eine Erkrankung der Blase hinweisen können. Der Test wird in der Regel mit einer einfachen Urinprobe durchgeführt und ist für Patientinnen und Patienten nicht belastend. 

Ein solcher Test kann besonders sinnvoll sein für: 

  • Menschen mit erhöhtem Risiko für Blasenkrebs 
  • langjährige Raucherinnen und Raucher 
  • Personen mit Kontakt zu bestimmten chemischen Stoffen im Beruf 
  • Patienten mit wiederkehrendem Blut im Urin 
  • Personen mit familiärer Belastung 

Der Test kann Hinweise auf mögliche Veränderungen der Blasenschleimhaut geben. Bei auffälligen Ergebnissen sind weitere Untersuchungen, zum Beispiel eine Blasenspiegelung, notwendig, um die Diagnose zu sichern. 

In unserer Praxis bieten wir moderne Urin-Tests zur Blasenkrebs-Früherkennung an und beraten Sie gerne individuell, ob eine solche Untersuchung in Ihrem Fall sinnvoll sein kann.

Was ist eine Blasenentzündung? 

Eine Blasenentzündung ist eine Entzündung der Harnblase, die meist durch Bakterien verursacht wird. Sie gehört zu den häufigsten Harnwegsinfektionen und betrifft besonders häufig Frauen, kann aber auch bei Männern auftreten. 

Typische Symptome 

Eine Blasenentzündung kann sich durch verschiedene Beschwerden bemerkbar machen: 

  • häufiges Wasserlassen 
  • Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen 
  • starker Harndrang, auch bei kleinen Urinmengen 
  • Schmerzen im Unterbauch 
  • trüber oder unangenehm riechender Urin 
  • manchmal Blut im Urin 

Bei Fieber, Flankenschmerzen oder starkem Krankheitsgefühl sollte rasch eine ärztliche Abklärung erfolgen. 

Ursachen und Risikofaktoren 

In den meisten Fällen gelangen Bakterien aus dem Darm über die Harnröhre in die Blase und verursachen dort eine Entzündung. 

Mögliche Risikofaktoren sind: 

  • geschwächtes Immunsystem 
  • unzureichende Flüssigkeitszufuhr 
  • Restharn in der Blase 
  • Blasenentleerungsstörungen 
  • Katheter 
  • bei Frauen auch hormonelle Veränderungen 


Diagnostik 

  • Zur Abklärung einer Blasenentzündung können verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden: 
  • Gespräch über Beschwerden (Anamnese) 
  • Urinuntersuchung 
  • Urinkultur zum Nachweis von Bakterien 
  • Ultraschall der Harnblase und Nieren 

In bestimmten Situationen können weitere Untersuchungen notwendig sein. 

Behandlung 

  • Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Schwere der Beschwerden. 
  • Mögliche Maßnahmen sind: 
  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr 
  • Schmerzmittel oder entzündungshemmende Medikamente 
  • Antibiotika bei bakterieller Infektion 
  • Behandlung möglicher Risikofaktoren 

Die Therapie wird individuell festgelegt.

Was ist eine interstitielle Zystitis? 

Die interstitielle Zystitis, auch als „schmerzhafte Blase“ bezeichnet, ist eine chronische Erkrankung der Harnblase. Dabei kommt es zu anhaltenden Schmerzen im Bereich der Blase sowie zu häufigem und starkem Harndrang, ohne dass eine bakterielle Infektion nachweisbar ist. 

Die Erkrankung kann die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen und tritt häufiger bei Frauen auf, kann jedoch auch Männer betreffen. Die genaue Ursache ist bisher nicht vollständig geklärt. 

Typische Symptome 

Eine interstitielle Zystitis kann sich durch verschiedene Beschwerden bemerkbar machen: 

  • häufiger Harndrang, auch tagsüber und nachts 
  • Schmerzen oder Druckgefühl im Bereich der Harnblase 
  • Schmerzen im Unterbauch, Becken oder Dammbereich 
  • Schmerzen beim Füllen der Blase, die nach dem Wasserlassen nachlassen können 
  • kleine Urinmengen bei häufigem Wasserlassen 
  • bei manchen Patientinnen und Patienten Schmerzen beim Geschlechtsverkehr 

Die Beschwerden können dauerhaft bestehen oder in Schüben auftreten. 

Mögliche Ursachen und Risikofaktoren 

Die genaue Ursache der interstitiellen Zystitis ist noch nicht eindeutig geklärt. Es werden verschiedene Faktoren diskutiert, die zur Entstehung beitragen können: 

Veränderungen der Blasenschleimhaut 

Störungen der Schutzschicht der Blase 

  • Entzündliche Prozesse 
  • Überempfindlichkeit der Nerven in der Blasenwand 
  • Autoimmunreaktionen  
  • Oft spielen mehrere Faktoren gleichzeitig eine Rolle. 


Diagnostik 

Die Diagnose einer interstitiellen Zystitis erfolgt in der Regel durch den Ausschluss anderer Ursachen der Beschwerden. Dazu können folgende Untersuchungen gehören: 

  • ausführliches Gespräch über die Beschwerden (Anamnese) 
  • Urinuntersuchung zum Ausschluss einer Infektion 
  • Ultraschalluntersuchung von Blase und Nieren 
  • Blasenspiegelung (Zystoskopie) 
  • eventuell weitere spezielle Untersuchungen 

Diese Untersuchungen helfen, andere Erkrankungen wie Harnwegsinfektionen, Blasensteine oder Tumoren auszuschließen. 

Behandlung 

Die Behandlung der interstitiellen Zystitis erfolgt individuell und richtet sich nach den Beschwerden. Ziel ist es, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. 

Mögliche Behandlungsansätze sind: 

  • Anpassung der Ernährung (Vermeidung bestimmter reizender Lebensmittel) 
  • Beckenbodentherapie oder Physiotherapie 
  • Medikamente zur Schmerzlinderung 
  • Medikamente zum Schutz oder zur Beruhigung der Blasenschleimhaut 
  • Blaseninstillationen (Einbringen von Medikamenten direkt in die Blase) 
  • Blasentraining 

Da die Erkrankung sehr unterschiedlich verlaufen kann, wird die Therapie individuell abgestimmt und häufig schrittweise angepasst.

Blasensteine 

Blasensteine sind feste Ablagerungen aus Mineralstoffen, die sich in der Harnblase bilden können. Sie entstehen meist dann, wenn der Urin nicht vollständig aus der Blase entleert wird oder wenn bestimmte Stoffe im Urin in hoher Konzentration vorkommen. 

Blasensteine können unterschiedlich groß sein und verschiedene Beschwerden verursachen. Kleine Steine bleiben manchmal lange unbemerkt, während größere Steine zu Schmerzen oder Problemen beim Wasserlassen führen können. 

Typische Symptome 

Die Beschwerden bei Blasensteinen können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Häufige Symptome sind: 

  • Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen 
  • häufiger Harndrang 
  • Unterbrechung des Harnstrahls 
  • Schmerzen im Unterbauch 
  • Blut im Urin 
  • Schwierigkeiten beim vollständigen Entleeren der Blase 

Manche Patienten berichten auch, dass sich die Beschwerden beim Wechsel der Körperposition verändern. 

Ursachen 

Blasensteine entstehen meist dann, wenn sich der Urin längere Zeit in der Blase staut. Dadurch können sich Mineralstoffe im Urin ablagern und feste Steine bilden. Häufige Ursachen sind: 

Restharn in der Blase 

  • Prostatavergrößerung bei Männern 
  • wiederkehrende Harnwegsinfektionen 
  • Blasenentleerungsstörungen 
  • Blasenkatheter 
  • Fremdkörper in der Blase 

Auch Stoffwechselstörungen oder eine erhöhte Konzentration bestimmter Mineralstoffe im Urin können die Steinbildung begünstigen. 

Wann sollte man zum Arzt gehen? 

Eine urologische Untersuchung ist sinnvoll, wenn folgende Beschwerden auftreten: 

  • Schmerzen beim Wasserlassen 
  • wiederkehrende Harnwegsinfektionen 
  • sichtbares Blut im Urin Schwierigkeiten beim Wasserlassen 
  • häufiges Wasserlassen ohne erkennbare Ursache 

Eine frühzeitige Abklärung hilft, mögliche Komplikationen zu vermeiden. 

Diagnostik 

Zur Diagnose von Blasensteinen stehen verschiedene Untersuchungen zur Verfügung. 

  • Urinuntersuchung:Der Urin wird auf Blut, Entzündungszeichen und mögliche Kristalle untersucht. 
  • Ultraschall: Mit einer Ultraschalluntersuchung lassen sich Blasensteine häufig gut darstellen. 
  • Röntgen oder CT: In manchen Fällen können zusätzliche bildgebende Verfahren notwendig sein, um Größe und Lage der Steine genauer zu bestimmen. 
  • Blasenspiegelung (Zystoskopie): Mit einer Blasenspiegelung kann die Blase direkt untersucht werden. Dabei können Blasensteine sicher erkannt werden. 


Behandlungsmöglichkeiten 

Die Behandlung hängt von der Größe der Steine und den Beschwerden ab. 

  • Endoskopische Entfernung: In vielen Fällen können Blasensteine minimalinvasiv über die Harnröhre entfernt oder zerkleinert werden. 
  • Zertrümmerung der Steine: Größere Steine können mit speziellen Instrumenten in kleinere Stücke zerlegt werden, die anschließend entfernt werden. 
  • Behandlung der Ursache: Wichtig ist auch die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache, zum Beispiel einer Prostatavergrößerung oder einer Blasenentleerungsstörung. 


Was können Patienten selbst tun? 

Einige Maßnahmen können helfen, die Entstehung von Blasensteinen zu verhindern oder Beschwerden zu reduzieren: 

  • ausreichend trinken 
  • regelmäßige Blasenentleerung 
  • Behandlung von Harnwegsinfektionen 
  • regelmäßige urologische Kontrollen bei bekannten Risikofaktoren


Vorbeugung 

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr kann helfen, die Konzentration von Mineralstoffen im Urin zu verringern. Dadurch wird das Risiko für die Bildung von Harnsteinen reduziert. Bei Patienten mit wiederkehrenden Blasensteinen kann eine individuelle Beratung sinnvoll sein, um mögliche Ursachen zu erkennen und gezielt zu behandeln. 

Beratung und Behandlung in unserer Praxis 

Wenn Sie Beschwerden beim Wasserlassen, häufigen Harndrang oder Blut im Urin bemerken, sollte eine urologische Untersuchung erfolgen. In unserer Praxis in Oberhausen führen wir moderne Untersuchungen zur Diagnose und Behandlung von Blasensteinen durch. Gerne beraten wir Sie individuell und klären, welche Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist.

Was ist eine überaktive Blase? 

Die überaktive Blase – auch Reizblase genannt – ist eine Funktionsstörung der Harnblase. Dabei kommt es zu einem plötzlich auftretenden, schwer zu unterdrückenden Harndrang, obwohl die Blase oft noch nicht vollständig gefüllt ist. 

Die Erkrankung ist weit verbreitet und kann sowohl Frauen als auch Männer betreffen. Häufig tritt sie mit zunehmendem Alter auf, kann jedoch auch bei jüngeren Menschen vorkommen. 

Typische Symptome 

Eine überaktive Blase kann sich durch verschiedene Beschwerden bemerkbar machen: 

  • plötzlich auftretender, starker Harndrang 
  • häufiges Wasserlassen (mehr als 8-mal täglich) 
  • nächtliches Wasserlassen (Nykturie) 
  • manchmal ungewollter Urinverlust bei starkem Harndrang (Dranginkontinenz) 
  • kleine Urinmengen bei häufigem Wasserlassen 

Die Beschwerden können den Alltag, den Schlaf und die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen. 

Mögliche Ursachen und Risikofaktoren 

Die überaktive Blase kann verschiedene Ursachen haben. In vielen Fällen lässt sich jedoch keine eindeutige Ursache feststellen. 

Mögliche Auslöser oder Risikofaktoren sind: 

  • Überempfindlichkeit der Blasenmuskulatur 
  • neurologische Erkrankungen 
  • Harnwegsinfektionen 
  • Blasensteine oder andere Blasenerkrankungen  
  • vergrößerte Prostata beim Mann 
  • übermäßiger Konsum von koffeinhaltigen Getränken oder Alkohol 

Auch Stress oder bestimmte Medikamente können die Beschwerden verstärken. 

Diagnostik 

Zur Abklärung einer überaktiven Blase können verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden: 

  • ausführliches Gespräch über die Beschwerden (Anamnese) 
  • Trink- und Miktionsprotokoll (Blasentagebuch) 
  • Urinuntersuchung 
  • Ultraschalluntersuchung von Blase, Nieren und ggf. Prostata 
  • Bestimmung des Restharns in der Blase 

In bestimmten Fällen können weitere Untersuchungen notwendig sein, zum Beispiel eine Blasenspiegelung oder spezielle Funktionsuntersuchungen der Blase. 

Behandlung 

Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Ausprägung der Beschwerden. Ziel ist es, den Harndrang zu reduzieren und die Blasenkontrolle zu verbessern. 

Mögliche Maßnahmen sind: 

Anpassung der Trinkgewohnheiten 

  • Reduktion von koffeinhaltigen Getränken und Alkohol 
  • Blasentraining 
  • Beckenbodentraining 
  • Medikamente zur Beruhigung der Blasenmuskulatur 
  • Behandlung möglicher Grunderkrankungen 

In vielen Fällen lässt sich durch eine individuell angepasste Therapie eine deutliche Verbesserung der Beschwerden erreichen.

Was ist eine Belastungsinkontinenz? 

Die Belastungsinkontinenz – auch Stressinkontinenz genannt – ist eine Form des unwillkürlichen Harnverlustes, die bei körperlicher Belastung wie Husten, Niesen, Lachen oder schwerem Heben auftritt. Dabei kommt es zu einem unkontrollierten Austritt von Urin, obwohl der Harndrang nicht vorhanden oder nur leicht spürbar ist. 

Die Erkrankung betrifft vor allem Frauen, kann aber auch bei Männern auftreten, insbesondere nach Operationen an Prostata oder Blase. Sie ist weit verbreitet und kann die Lebensqualität erheblich einschränken. 

Typische Symptome 

Belastungsinkontinenz zeigt sich durch folgende Beschwerden: 

  • unwillkürlicher Urinverlust bei körperlicher Anstrengung 
  • Tropfen oder kleine Mengen Urin beim Husten, Niesen, Lachen oder Treppensteigen 
  • keine Drangsymptome wie bei der überaktiven Blase 
  • oft fehlende nächtliche Inkontinenz 

 

Die Symptome können das Alltagsleben, Sport und soziale Aktivitäten erheblich beeinträchtigen. 

Mögliche Ursachen und Risikofaktoren 

Die Belastungsinkontinenz entsteht meist durch eine Schwäche des Beckenbodens oder der Harnröhrenverschlussmechanismen. Typische Ursachen sind: 

  • Schwäche der Beckenbodenmuskulatur nach Schwangerschaft und Geburt 
  • altersbedingte Veränderungen der Harnröhre und Blase 
  • Übergewicht 
  • chronischer Husten oder starkes Pressen beim Stuhlgang 
  • Operationen an Blase oder Prostata 
 

Auch hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren können die Belastungsinkontinenz begünstigen. 

Diagnostik 

Die Abklärung erfolgt durch gezielte Untersuchungen: 

  • ausführliches Gespräch über die Beschwerden (Anamnese) 
  • Blasentagebuch oder Urintest zur Differenzierung von anderen Inkontinenzformen 
  • körperliche Untersuchung, insbesondere des Beckenbodens 
  • Ultraschalluntersuchung von Blase und Nieren 
  • in bestimmten Fällen spezielle Funktionsdiagnostik oder urodynamische Messungen 

Behandlung 

Die Therapie richtet sich nach Ursache und Schwere der Beschwerden. Ziel ist es, die Beckenbodenstabilität zu verbessern und unwillkürlichen Urinverlust zu verhindern. 

Mögliche Maßnahmen sind: 

  • gezieltes Beckenbodentraining 
  • physiotherapeutische Maßnahmen und Biofeedback 
  • Anpassung von Lebensstilfaktoren wie Gewicht oder Hustenreduktion 
  • medikamentöse Therapie in ausgewählten Fällen 
  • operative Maßnahmen bei schweren Beschwerden, z. B. Schlingen- oder Bänderoperationen 

Mit einer individuell angepassten Therapie lassen sich bei vielen Patientinnen deutliche Verbesserungen oder vollständige Beschwerdefreiheit erreichen.